Offenbachs neuer Polizeichef will nach Brandanschlag Sicherheit stärken
Leonhard PreißOffenbachs neuer Polizeichef will nach Brandanschlag Sicherheit stärken
Offenbachs neuer Polizeichef Daniel Muth hat sich diese Woche mit Vertretern der Stadt zu Sicherheitsfragen ausgetauscht. Anlass für das Gespräch war ein Brandanschlag auf ein Gebäude, das von türkischen Vereinen genutzt wird. Muth, der sein Amt im September 2023 angetreten hat, versprach eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Verantwortungsträgern in polizeilichen Belangen.
Im Rathaus wurde Muth von Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Bürgermeisterin Sabine Groß und dem Ordnungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß empfangen. Das Treffen fand kurz nach einem nächtlichen Feuer am Kaiserlei statt, bei dem ein Gebäude mit türkischen Gemeinschaftseinrichtungen Ziel des Angriffs wurde. Muth informierte Schwenke über den Vorfall und betonte seine Verpflichtung zu Transparenz.
Der 49-Jährige, der in Fulda geboren wurde, trat 1996 in die hessische Polizei ein und bekleidete seitdem führende Positionen, darunter die des Vizepräsidenten des Landeskriminalamts (LKA). Seine Karriere umfasst Auslandseinsätze sowie die Aufklärung hochkarätiger Fälle, etwa der rechtsextremen Mordpläne gegen den Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Bevor er die Leitung der Polizei Südosthessen übernahm, spezialisierte er sich auf die Bekämpfung von Organisierter Kriminalität, Terrorismus und schweren Gewaltdelikten.
Während der Gespräche brachte Schwenke die Schließung zweier Innenstadt-Polizeistationen unter Muths Vorgängern zur Sprache. Der Oberbürgermeister betonte die Notwendigkeit einer stärkeren sichtbaren Polizeipäsenz – ein Anliegen, dem Muth bereits seit September mit mehr Streifen und bürgernaher Polizeiarbeit begegnet. Schwenke bestätigte zudem, nach dem Brandanschlag Kontakt zum türkischen Generalkonsul in Frankfurt sowie zu den betroffenen Vereinen aufgenommen zu haben.
Muth, Vater von drei Kindern, sicherte den Magistratsmitgliedern zu, sie über polizeiliche Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Sein Ansatz stellt eine Abkehr von früheren Praktiken dar, wobei konkrete Details seiner neuen Strategien in öffentlichen Unterlagen bisher kaum zu finden sind.
Das Treffen unterstrich die laufenden Bemühungen, die Sicherheit in Offenbach zu verbessern – insbesondere nach dem jüngsten Brandanschlag. Muths Erfahrung mit schweren Straftaten und sein Fokus auf Bürgerbeteiligung dürften die Polizeiarbeit in der Stadt prägen. Die Verantwortlichen signalisierten eine gemeinsame Entschlossenheit, die öffentliche Sicherheit durch engere Abstimmung zu gewährleisten.






