15 May 2026, 18:39

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Defizit – Warken plant radikale Kürzungen bei Heimen

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo.

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Defizit – Warken plant radikale Kürzungen bei Heimen

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor einem Defizit von 22 Milliarden Euro – Gesundheitsministerin Nina Warken schlägt dringende Reformen vor

Das deutsche System der Pflegeversicherung sieht sich mit einem Defizit von 22 Milliarden Euro konfrontiert, weshalb Gesundheitsministerin Nina Warken nun eilige Reformen vorschlägt. Eine zentrale Maßnahme sieht Kürzungen bei den Zuschüssen für stationäre Pflege vor – ein Vorhaben, das sowohl bei Branchenvertretern als auch bei Politikern auf scharfe Kritik stößt. Die geplanten Änderungen würden die Bewohner von Pflegeheimen direkt treffen und ihre monatlichen Kosten um mehrere hundert Euro erhöhen.

Aktuell zahlen Heimbewohner in Deutschland im Schnitt 3.200 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Die Pflegeversicherung unterstützt sie durch Zuschüsse, die sich mit der Zeit erhöhen. Nach Warkens Plänen sollen diese Zuschüsse jedoch später greifen und die maximale Kostenübernahme nach viereinhalb Jahren bei 70 Prozent gedeckelt werden.

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Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass die Kürzungen die monatlichen Ausgaben der Bewohner um 161 Euro steigern würden. Über den gleichen Zeitraum würde sich die zusätzliche Belastung pro Bewohner auf knapp 20.000 Euro summieren. Warken will bis Mitte Mai ein vollständiges Sparpaket vorlegen, um das wachsende Defizit in den Griff zu bekommen.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender des Krankenversicherers DAK, lehnt die Reformpläne entschieden ab. Er fordert die Bundesregierung auf, den aktuellen Entwurf zu verwerfen und neu zu verhandeln. Storm argumentiert, dass die Änderungen besonders schutzbedürftige Bewohner unzumutbar belasten würden.

Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, die Pflegeversicherung durch geringere staatliche Zuschüsse zu stabilisieren. Sollten sie umgesetzt werden, müssten die Bewohner deutlich höhere monatliche Beträge aufbringen – mit Gesamt-Mehrkosten von fast 20.000 Euro über viereinhalb Jahre. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, ob der Plan wie vorgesehen voranschreitet oder noch einmal überarbeitet wird.

Quelle