28 March 2026, 20:34

Ruheständler wehren sich gegen neue Apotheker-Gebühr von 40 Euro pro Quartal

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner:innen zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Ruheständler wehren sich gegen neue Apotheker-Gebühr von 40 Euro pro Quartal

Neue Quartalsgebühr von 40 Euro für Apotheker im Ruhestand löst bundesweiten Widerstand aus

Die Einführung einer vierteljährlichen Gebühr in Höhe von 40 Euro für pensionierte Apotheker hat in ganz Deutschland für Aufruhr gesorgt. Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) führte die Abgabe nach einer kürzlichen Gesetzesänderung ein – mit der Folge von Protesten und Versuchen, die Zahlung zu umgehen. Gleichzeitig sorgen umfassendere Pläne zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen bei medizinischem Personal für Besorgnis.

Die Eintreibung der Gebühr, intern unter dem Codenamen Aktion Abendsonne (KoReLa) geführt, wird von Friedrich Geerth geleitet, dem Leiter der zuständigen Abteilung. Sein Team hat jedoch Schwierigkeiten, die älteren Apotheker von der Zahlungspflicht zu überzeugen – Telefonate blieben bisher wirkungslos. Um die Bereitschaft zur Kooperation zu erhöhen, startete die Behörde eine Service-Offensive mit Vergünstigungen wie VHS-Kursen, Aqua-Fitness-Angeboten und ermäßigten Seniorenfahrscheinen.

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Ein besonders kurioser Fall betraf den jungen Mitarbeiter Leon-Luca Wagner-Neumann, der den Beitrag von Dr. Roswitha Hinkebein eintreiben sollte. Die Apothekerin, die seit 1972 zugelassen ist, entzog sich den ganzen Tag über der Zahlung: Zuerst beim Morgensport, dann in ihrer Apotheke, später auf dem Wochenmarkt, in einem Kochkurs und schließlich bei einer Seniorenveranstaltung. Am Ende entkam sie, indem sie in einen Ausflugsbus zur Lüneburger Heide stieg – Ziel: Kaffee und Kuchen.

Bundesweit hatten knapp 25.000 Apotheker zuvor gegen die Gebühr protestiert, doch in der Woche vom 22. bis 28. März 2026 gab es weder in Düsseldorf, Berlin, Hannover noch in München Meldungen über Demonstrationen. Unabhängig davon bereitet die Gesundheitsfinanzkommission Vorschläge vor, um die Ausgaben im Gesundheitswesen um zehnt Milliarden Euro zu kürzen. Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), warnte bereits, dass Gebührenkürzungen Ärzte zwingen würden, weniger Sprechstundentermine anzubieten.

Die 40-Euro-Gebühr bleibt umstritten – die betroffenen Apotheker im Ruhestand weigern sich trotz aller Anreize zu zahlen. Gleichzeitig schreiten die Pläne zur Kosteneinsparung im Gesundheitssektor voran und wecken Befürchtungen, der Zugang zu medizinischen Leistungen könnte eingeschränkt werden. Die Behörden drängen weiter auf Einhaltung der Regelungen, stoßen aber auf anhaltenden Widerstand.

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