09 May 2026, 07:10

Sachsen droht der Kollaps: Warum immer mehr Apotheken auf dem Land schließen müssen

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an der Ecke einer Straße gelegen mit einer Straße unten.

Sachsen droht der Kollaps: Warum immer mehr Apotheken auf dem Land schließen müssen

Apothekensterben in Sachsen: Warnung vor Kollaps der Gesundheitsversorgung auf dem Land

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Sachsen geht weiter dramatisch zurück. Göran Donner, Präsident des Landesapothekerverbandes, warnt, dass die Schließungen trotz wiederholter Appelle ungebremst voranschreiten. Ohne dringende finanzielle Reformen drohe nun der Zusammenbruch der medizinischen Grundversorgung in ländlichen Regionen, betont er.

Zwischen 2016 und 2020 schloss in Sachsen jede zwölfte Apotheke – insgesamt 36. Seither hat sich die Lage weiter verschärft: Bis Ende 2025 werden voraussichtlich 85 weitere Standorte dichtmachen. Allein im vergangenen Jahr stellten 13 Apotheken endgültig den Betrieb ein.

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Als Hauptgrund für den Schwund nennt Donner die wirtschaftliche Notlage vieler Betriebe. Unter den aktuellen Bedingungen könnten zahlreiche Apotheken schlicht nicht mehr überleben, so der Verbandschef. Die Situation sei mittlerweile so prekär, dass er die Zukunft einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung auf dem Land infrage stellt.

Die zögerliche Haltung der Bundesregierung bei der längst überfälligen Anpassung der Apothekenvergütungen – eine im Koalitionsvertrag festgehaltene Zusage – verschärft die Krise zusätzlich. Donner macht deutlich: Nur wirtschaftlich stabile Apotheken seien in der Lage, die erweiterten Dienstleistungen umzusetzen, die das Apothekenreformgesetz vorsieht. Ohne ausreichende Finanzierung werde es jedoch zu weiteren Zwangsschließungen kommen.

Die Warnungen des Apothekerverbandes unterstreichen eine wachsende Gefahr für die lokale Gesundheitsversorgung. Werden die Vergütungen nicht zeitnah angepasst, könnten ländliche Gemeinden in Sachsen bald noch weniger Möglichkeiten für dringend benötigte medizinische Leistungen haben. Ein Ende des Apothekensterbens ist ohne sofortiges Gegensteuern nicht in Sicht.

Quelle