08 June 2026, 14:34

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher im Mobilfunk schließen

Smartphone-Empfang via Satellit: Deutsche Anbieter wollen Totzonen auf unterschiedliche Weise füllen

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher im Mobilfunk schließen

Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um Lücken in der Mobilfunkabdeckung zu schließen. Neue Partnerschaften sollen zuverlässige Signale in abgelegene Gebiete bringen und die Notfallkommunikation stärken. Die Initiative umfasst Tests, zukünftige Satellitenstarts und langfristige Pläne für eine weltraumgestützte Konnektivität.

O₂ Telefónica arbeitet mit dem europäischen Unternehmen OQ Technology zusammen, um in Mecklenburg-Vorpommern Satelliteninternet zu testen. Die Versuche sollen Anfang 2027 beginnen und etwa ein Jahr dauern. Wann Kunden den Dienst nutzen können, steht jedoch noch nicht fest.

OQ Technology selbst baut sein Satellitennetz aus. Das Unternehmen plant, 2023 eine neue Generation von Satelliten zu starten, die eine Zwei-Wege-Kommunikation und schnellere Reaktionszeiten ermöglichen sollen. Bis Ende 2027 will es 48 Satelliten im Orbit haben, die alle 30 Minuten eine Aktualisierung der Abdeckung bieten. Eine größere Flotte von 150 Satelliten ist für 2028 oder 2029 vorgesehen, um durchgehende Unterstützung für datenintensive Anwendungen zu gewährleisten.

Unterdessen hat die Deutsche Telekom eine Vereinbarung mit Starlink getroffen, um ab 2028 Mobilfunkempfang in abgelegenen Regionen zu ermöglichen. Auch Vodafone entwickelt weltraumgestützte Lösungen – und zwar über ein Joint Venture mit AST SpaceMobile, allerdings steht hier noch kein Starttermin fest.

OQ Technology betont seine europäischen Wurzeln als entscheidenden Vorteil. Im Gegensatz zu Mitbewerbern unterliege das Unternehmen keinen US-Regulierungen und werde von europäischen Institutionen unterstützt.

Die Satellitentechnologie wird künftig eine größere Rolle in den deutschen Mobilfunknetzen spielen. Die Partnerschaften sollen Funklöcher beseitigen und in Krisen die Kommunikationswege offenhalten. Tests und Starts in den kommenden Jahren werden zeigen, wie schnell diese Dienste der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

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