Stuttgart 21 droht nächste Verzögerung – Fertigstellung erst 2031?
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor weiteren Verzögerungen, wie aktuelle Medienberichte nahelegen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat von der Deutschen Bahn klare Antworten gefordert, nachdem bekannt wurde, dass der neue unterirdische Hauptbahnhof möglicherweise erst Ende 2031 in Betrieb gehen könnte. Das Vorhaben, das bereits von zahlreichen Rückschlägen geprägt ist, sollte das Stuttgarter Schienennetz mit neuen Tunneln, Brücken und einem voll digitalisierten Knotenpunkt revolutionieren.
Stuttgart 21 ist Teil des größeren Ausbauprojekts Stuttgart–Ulm, zu dem auch die 2022 eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Wendlingen und Ulm gehört. Kernstück des Projekts ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der als Durchgangsbahnhof konzipiert ist und den bisherigen Kopfbahnhof ersetzen soll. Zudem entstehen neue Gleise, Tunnel und Brücken, um die Schienenanbindungen der Stadt zu modernisieren.
Das Projekt hat bereits mehrfach Fristen verpasst. Im November 2022 wurden Pläne für eine Teilinbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs verworfen. Nun deuten Berichte darauf hin, dass die vollständige Eröffnung auf Ende 2031 verschoben werden könnte – deutlich später als ursprünglich vorgesehen. Özdemir bezeichnete die mögliche Verzögerung als „katastrophale Nachricht“ für die Region und die Fahrgäste.
Auch die Kosten sind explodiert: Die aktuellste Schätzung beläuft sich auf 11,3 Milliarden Euro, die vollständig von der Deutschen Bahn getragen werden müssen. Eine besondere Herausforderung stellt die Digitalisierung des Bahnknotens dar, die Stuttgart 21 zum ersten voll digitalisierten Bahnhof Deutschlands machen soll. Özdemir bestehe darauf, dass das Unternehmen verbindliche Zeitpläne vorlege und sich eindeutig zur Fertigstellung des Projekts – inklusive der digitalen Infrastruktur – verpflichte.
Die Deutsche Bahn gerät zunehmend unter Druck, die Zukunft des Projekts zu klären. Özdemir hat deutlich gemacht, dass Baden-Württemberg konkrete Pläne und einen verbindlichen Fahrplan erwarte. Ohne diese bleibt die längst überfällige Modernisierung des Stuttgarter Schienennetzes – und die versprochenen Vorteile – weiter ungewiss.






