11 April 2026, 04:29

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung und Kritik bei Aktivisten

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Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung und Kritik bei Aktivisten

Ahmed al-Scharaa, Syriens Übergangspräsident, befindet sich derzeit zu diplomatischen Gesprächen in Berlin. Die Reise löst gemischte Reaktionen bei Menschenrechtsorganisationen und syrischen Aktivisten aus. Sophie Bischoff, Co-Vorsitzende der deutsch-syrischen Organisation Adopt a Revolution, bezeichnete die Einladung als "richtigen Schritt", äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Ausrichtung der Übergangsregierung.

Bischoff hob den Dezember 2024 als historischen Wendepunkt hervor – das voraussichtliche Ende des Regimes von Baschar al-Assad. Dies sei eine historische Chance für Syrien, eine demokratische Zukunft aufzubauen. Gleichzeitig warnte sie, dass die Übergangsregierung zunehmend autoritäre Züge zeige.

Die Aktivistin betonte, dass jede deutsche Unterstützung für Syrien an strenge Auflagen geknüpft sein müsse. Diese sollten sich auf die Stärkung der Demokratie und die Einbindung lokaler Gemeinschaften in den Wiederaufbau konzentrieren. Kritisch äußerte sich Bischoff auch über Bundeskanzler Friedrich Merz, der Hilfsleistungen an die Wiederbelebung von Abschiebeabkommen knüpfe.

Farhad Ahma vom syrischen Kulturzentrum PEL-Civil Waves teilte die Bedenken gegenüber dem Berliner Ansatz. Er wies darauf hin, dass die deutsche Regierung offenbar ausschließlich mit der Übergangsverwaltung zusammenarbeite und basisdemokratische Stimmen ignoriert. Adopt a Revolution, seit 2011 aktiv, setzt sich seit Langem gemeinsam mit syrischen zivilgesellschaftlichen Gruppen für demokratische Reformen ein.

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Bischoff unterstrich, dass Syrien derzeit ein gravierendes Demokratiedefizit aufweise. Ohne tiefgreifende Veränderungen, so ihre Argumentation, drohe internationale Unterstützung die gleichen Machtstrukturen zu festigen, die die Bevölkerung jahrelang unterdrückt hätten.

Al-Scharaas Besuch in Berlin hat eine Debatte über Deutschlands Rolle in der Zukunft Syriens ausgelöst. Menschenrechtsaktivisten fordern eine breitere Einbindung lokaler Gemeinschaften und stärkere demokratische Garantien. Die Ergebnisse dieser Gespräche könnten maßgeblich beeinflussen, wie sich die Wiederaufbauarbeiten in den kommenden Monaten gestalten.

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