Telematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten auf Oktober 2027 verlängert – was das bedeutet
Betty BruderTelematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten auf Oktober 2027 verlängert – was das bedeutet
Frist für Anbindung an die Telematikinfrastruktur auf Oktober 2027 verschoben
Die Frist für Therapeuten und Anbieter medizinischer Hilfsmittel, sich an die deutsche Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen, wurde auf den 1. Oktober 2027 verlängert. Der Aufschub folgt auf Rückschläge bei der Einführung des elektronischen Rezepts (E-Rezepts) für therapeutische und medizinische Hilfsmittel. Rund 90.000 Leistungserbringer erhalten damit mehr Zeit, um die neuen Vorgaben umzusetzen.
Die Verlängerung wurde bekannt gegeben, nachdem anhaltende Probleme bei der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts die Behörden zwangen, den ursprünglichen Zeitplan anzupassen. Der IT-Dienstleister Cherry, der auf Lösungen für den Gesundheitssektor spezialisiert ist, wird durch die Verschiebung Millionenbeträge an erwarteten Umsätzen einbüßen.
Cherry-Chef Oliver Kaltner kritisierte die Entscheidung scharf und bezeichnete sie als Rückschlag für die Modernisierung des Gesundheitswesens. Die Verzögerung sende ein enttäuschendes Signal an alle Akteure der eHealth-Branche, die sich auf die ursprüngliche Frist vorbereitet hätten. Unterdessen rät das Deutsche Medizinische Rechenzentrum (DMRZ) den Leistungserbringern, sich bereits vor dem neuen Stichtag freiwillig an die TI anzubinden.
Das in Auerbach ansässige Unternehmen konzentriert sich nun darauf, sein ersatzstarkes Hochmargengeschäft zu beschleunigen und die Softwarelösungen auszubauen, um die finanziellen Verluste auszugleichen. Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) begrüßt die zusätzliche Zeit hingegen als Chance, die notwendige Infrastruktur weiterzuentwickeln.
Die neue Frist gibt den Anbietern bis 2027 Zeit, um den Anschluss an die TI zu vollziehen. Zwar soll die Verschiebung technische Hürden überwinden, für einige Unternehmen geht sie jedoch mit finanziellen Einbußen einher. Eine freiwillige vorzeitige Anbindung bleibt für diejenigen möglich, die bereits jetzt umstellen möchten.






