19 April 2026, 10:30

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer weiter wächst – und was das für die AfD bedeutet

Plakat mit einem Zitat über die soziale Verantwortung von Medienplattformen für die Sicherheit von Kindern, geschmückt mit Sternen.

Warum das Misstrauen in die Demokratie immer weiter wächst – und was das für die AfD bedeutet

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie wächst. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Dieser Wandel, so seine These, erklärt mit, warum rechtspopulistische Bewegungen wie die deutsche AfD und Figuren wie Donald Trump an Zulauf gewinnen.

El-Mafaalanis Forschung zeigt, dass misstrauische Menschen sich zunehmend untereinander verbinden. Digitale Medien erleichtern es diesen Gruppen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Sobald sie entstanden sind, verstärken diese "Gemeinschaften des Misstrauens" ihre Skepsis gegenüber etablierten Institutionen.

Laut dem Soziologen schüren populistische Strategen dieses Misstrauen gezielt. Ihr Ziel: das Vertrauen in die Demokratie selbst zu untergraben. Viele in diesen Kreisen setzen stattdessen ihr Vertrauen in Parteien wie die AfD, die sich offen gegen liberaldemokratische Werte stellen.

El-Mafaalani warnt, dass selbst dann, wenn die AfD an die Macht kommt und versagt, ihre Anhänger ihre Überzeugungen nicht einfach aufgeben werden. Die Inkompetenz der Partei oder gebrochene Versprechen, so seine Argumentation, werden nicht automatisch das Vertrauen in die Demokratie wiederherstellen. Stattdessen könnten diese Wähler ihr Misstrauen noch verstärken.

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Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, wie Gesellschaften dieser Entwicklung entgegenwirken können. El-Mafaalanis Analysen legen nahe, dass herkömmliche Reaktionen – etwa das Aufdecken populistischer Fehlleistungen – nicht mehr ausreichen. Seine Arbeit verweist stattdessen auf neue Strategien, um das Vertrauen in Institutionen zurückzugewinnen.

Das Buch benennt eine zentrale Herausforderung für Demokratien: Einmal tief verwurzelt, lässt sich Misstrauen nur schwer umkehren. El-Mafaalanis Erkenntnisse deuten darauf hin, dass weder das bloße Widerlegen populistischer Behauptungen noch das Abwarten von Politikversagen skeptische Wähler zurückgewinnen wird. Seine Forschung bietet einen Ansatzpunkt, um neu darüber nachzudenken, wie man mit denen in Dialog treten kann, die sich von der etablierten Politik abgewandt haben.

Quelle