08 May 2026, 08:28

Warum sinken die Asylanträge in Deutschland – und was steckt wirklich dahinter?

Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum sinken die Asylanträge in Deutschland – und was steckt wirklich dahinter?

Asylanträge in Deutschland gehen im Vergleich zum Vorjahr stark zurück – besonders auffällig ist der Rückgang bei syrischen Geflüchteten. Deutschland und Österreich tragen dabei den größten Teil der Schutzfälle in der EU. Nun diskutieren Expert:innen, was oder wer wirklich hinter dieser Entwicklung steckt.

2024 ließen sich vier von fünf Syrer:innen, denen in der EU Schutz gewährt wurde, in Deutschland oder Österreich nieder. Doch seit Mai 2025 setzt die deutsche Regierung auf Zurückweisungen an den Binnengrenzen, um irreguläre Migration einzudämmen. Eine Forderung, die 2015 noch allein die rechtspopulistische AfD erhoben hatte, ist heute zentraler Bestandteil der offiziellen Strategie.

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Der Migrationsforscher Gerald Knaus kritisiert diese Maßnahmen als rechtswidrig und wirkungslos. Seiner Ansicht nach verstoßen die Zurückweisungen gegen EU-Recht und seien auf Dauer nicht tragfähig. Trotz der Bemühungen der Regierung habe die Politik kaum Einfluss auf die allgemeinen Migrationsströme genommen.

Knaus führt den Rückgang der Asylzahlen stattdessen vor allem auf Entwicklungen innerhalb Syriens zurück. Laut seiner Analyse spielen deutsche Maßnahmen nur eine untergeordnete Rolle bei der jüngsten Abnahme.

Der Rückgang syrischer Asylsuchender hat den Druck auf Deutschland und Österreich – die beiden am stärksten betroffenen Länder – verringert. Dennoch hält die Debatte über die Zurückweisungen an: Kritiker:innen hinterfragen deren Rechtmäßigkeit und Wirkung. Im Mittelpunkt steht derzeit die Frage, ob sich die Zukunft der Flüchtlingsbewegungen eher durch veränderte Bedingungen in Syrien als durch Grenzkontrollen bestimmt.

Quelle