13 June 2026, 16:22

Wiener Festwochen 2024 starten mit makabrer Mishima-Hommage und blutigem Seppuku-Drama

Wien Festival: Ritualisierte Todesekstase

Wiener Festwochen 2024 starten mit makabrer Mishima-Hommage und blutigem Seppuku-Drama

Die Wiener Festwochen 2024 haben mit einer kühnen Auseinandersetzung mit Leben, Tod und dem Makabren begonnen. Angélica Liddells neues Werk Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder Die Lust am Sterben feierte im Volkstheater Premiere. Das Festival präsentiert zudem weitere markante Produktionen wie Mythen des Alltags, Pfingstspiel und Philippe Quesnes dystopische Vampirberg-Inszenierung.

Liddells Performance speist sich tief aus dem Leben und Sterben Yukio Mishimas. Der japanische Schriftsteller inszenierte 1966 in einem Kurzfilm seinen eigenen rituellen Freitod, bevor er sich 1970 durch Seppuku das Leben nahm. Ihre Show rekonstruiert diese Tat und gipfelt in einer dramatischen Blutspritz-Szene.

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Die zweistündige Produktion verbindet ekstatische Rechtfertigungen des Suizids mit abrupten Unterbrechungen und schwarzem Humor. Liddell beschwört das Leid der Toten, verknüpft ihre Schicksale mit Mishimas Erbe und erkundet anhand der zurückgelassenen Kleidung das Leben und Sterben fremder Menschen.

Das Werk trägt eine persönliche Prägung: Am 7. Januar 2024 wurde Liddell in Madrid Zeugin eines Suizids, eine Erfahrung, die der Aufführung ihre unerbittliche Intensität verleiht.

Die Premiere im Volkstheater setzt einen provokanten Auftakt für das Festival. Liddells Stück konfrontiert das Publikum schonungslos mit Themen wie Vergänglichkeit und Ritual. Auch die weiteren Produktionen des Programms führen die Fokussierung auf das Beunruhigende und Tiefgründige fort.

Quelle