Wiesbaden analysiert Sicherheit und Alltagsängste der LSBT*IQ-Community in neuer Studie
Ottilie KreinWiesbaden analysiert Sicherheit und Alltagsängste der LSBT*IQ-Community in neuer Studie
Wiesbaden legt neue Studie zu Sicherheit und Alltagserfahrungen der LSBT*IQ-Community vor
Über 200 Menschen teilten in einer Online-Umfrage Einblicke in ihren Alltag – mit positiven Entwicklungen, aber auch anhaltenden Herausforderungen. Die Ergebnisse zeigen, wo sich Bewohner:innen unsicher fühlen – und wie die Stadt darauf reagieren will.
Mehr als 200 Angehörige der LSBT*IQ-Community schilderten in der Befragung ihre Erfahrungen in Wiesbaden. Viele fühlten sich in öffentlichen Räumen bei Tageslicht sicher. Doch mit Einbruch der Dunkelheit schwindet dieses Gefühl.
Die Teilnehmenden berichteten von konkreten Vorfällen: Beleidigungen, Drohungen, körperliche Angriffe und sexuelle Belästigung. Besonders das Stadtzentrum, das Westend und die Umgebung des Hauptbahnhofs wurden häufig als Orte genannt, die Unbehagen auslösen. Besorgniserregend ist, dass die meisten Fälle von Belästigung oder Gewalt nie bei der Polizei landen.
Polizeivizepräsidentin Katrin Thaler räumte diese Lücke ein und kündigte Maßnahmen an. Zu ihren Zielen gehören der Aufbau von Vertrauen, eine bessere Sichtbarkeit von Polizeianlaufstellen und der Abbau von Hürden bei der Anzeige. Auch die Stadt selbst will Unterstützungsangebote sichtbarer machen, Netzwerke stärken und enger mit den Behörden zusammenarbeiten.
Einige Schritte sind bereits umgesetzt: Vor dem Rathaus wehen Regenbogenflaggen, das Queere Zentrum bietet einen geschützten Raum, und der Christopher Street Day erhält offizielle Unterstützung. Doch die Studie macht deutlich: Akzeptanz bleibt ein fortlaufender Prozess, keine abgeschlossene Aufgabe.
Der Bericht "Queeres Leben in Wiesbaden" zeigt bestehende Hilfsangebote auf – und benennt Bereiche, in denen noch Handlungsbedarf besteht. Durch die Bekämpfung der hohen Dunkelziffer und eine stärkere Einbindung der Polizei will die Stadt öffentliche Räume sicherer gestalten. Die vollständige Analyse steht der Öffentlichkeit zum Download zur Verfügung.






