Wiesbadens Innenstadt droht im Städtewettbewerb den Anschluss zu verlieren
Ottilie KreinWiesbadens Innenstadt droht im Städtewettbewerb den Anschluss zu verlieren
Wiesbadens Innenstadt kämpft im Vergleich zu Nachbarstädten um Anschluss
Laut der hiesigen FDP-Fraktion hinkt das Wiesbadener Stadtzentrum im Wettbewerb mit umliegenden Kommunen hinterher. Die Partei wirft der Stadtverwaltung vor, durch falsche Prioritätensetzung die ansässigen Unternehmen benachteiligt zu haben. Während andere Städte großzügige Förderprogramme auflegten, bleibe Wiesbaden sowohl bei der finanziellen Ausstattung als auch bei konkreten Verbesserungen deutlich zurück, so die Kritik.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Lucas Schwalbach, bezeichnete das aktuelle Vorgehen der Stadt als "zu wenig, zu spät". Als Hauptgründe für den Niedergang nannte er hohe Parkgebühren, einen Mangel an Fahrradständern und marode Straßen. Die Fraktion hatte im Haushaltsverfahren Änderungen gefordert, doch CDU, SPD und Grüne lehnten die Vorschläge ab.
Nachbarstädte setzen auf mutige Unterstützung für den Einzelhandel
Anderswo wird der lokale Handel deutlich stärker gefördert: Offenbach etwa schnürte kürzlich ein Millionenpaket, das unter anderem 1,2 Millionen Euro an Gutscheinen für Einzelhändler umfasst. Hanau wiederum unterstützt Gaststätten mit bis zu 5.000 Euro pro Betrieb für die Anschaffung von Trennwänden und Außenzelten. Wiesbaden hingegen hat lediglich einen kleinen Teil der Mittel für direkte Hilfen umgeschichtet.
Schwalbach betonte zwar, die Stadt solle sich kein "ruinöses Subventionswettrüsten" mit den Nachbarn liefern. Gleichzeitig erwarte er aber mehr Rückhalt für Einzelhandel und Gastronomie – Branchen, die durch Gewerbe- und Einkommensteuern maßgeblich zum Wiesbadener Haushalt beiträgen. Das FDP-Fazit zur Innenstadt fällt vernichtend aus: "zu klein, zu dreckig, zu spät" – ein Spiegelbild jahrzehntelanger Vernachlässigung, so die Partei.
Bisher blieben die Forderungen nach mehr Fahrradparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer besseren Reinigung unerfüllt. Während Konkurrenzstädte massiv in ihre Gewerbegebiete investieren, wächst der Druck auf Wiesbadens Unternehmen. Nun steht die Frage im Raum, ob die Stadt ihre Strategie anpasst – oder weiter den Anschluss verliert.






