21 March 2026, 00:42

Wiesbadens legendärer Stadtkämmerer Dietrich Oedekoven stirbt mit 97 Jahren

Schwarz-weißes Bild einer Trauerfeier mit einem Mann in einer Mütze, der auf einem Podium spricht, umgeben von Blumen, Stühlen und einer Menge, mit Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Wiesbadens legendärer Stadtkämmerer Dietrich Oedekoven stirbt mit 97 Jahren

Dietrich Oedekoven, Wiesbadens langjähriger Stadtkämmerer, ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Sein Tod am 12. März 2026 markiert das Ende einer Ära für einen Mann, der über zwei Jahrzehnte lang die Finanzen der Stadt prägte. Bekannt für seinen scharfen Verstand und seine ruhige Führungsstärke, hinterlässt er sowohl in der Verwaltung als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern bleibende Spuren.

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Geboren 1928 in Aachen, studierte Oedekoven Jura, Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft. Seine frühe Karriere führte ihn unter anderem ins Justizministerium von Nordrhein-Westfalen und zum Deutschen Städtetag, wo er wertvolles Fachwissen im Bereich der öffentlichen Finanzen erwarb.

Bevor er nach Wiesbaden kam, war er als Bürgermeister und Finanzdezernent in Ludwigshafen tätig. 1968 übernahm er das Amt des Stadtkämmerers in Wiesbaden – eine Position, die er 22 Jahre lang ausfüllte. In dieser Zeit arbeitete er unter vier Oberbürgermeister: Rudi Schmitt, Georg-Berndt Oschatz, Professor Hans-Joachim Jentsch und Achim Exner.

Oedekoven galt als präzise, verlässlich und mit trockenem Humor ausgestattet – selbst in finanziellen Krisenzeiten. Er verband strenge Haushaltsdisziplin mit einem tiefen Verständnis für Zahlen wie für Menschen. Sein Führungsstil vereinte Autorität mit Zugänglichkeit und verschaffte ihm Respekt über alle politischen Lager hinweg. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende bezeichnete ihn später als eine Persönlichkeit, die Verantwortung verkörperte.

Seine Arbeit modernisierte die Wiesbadener Finanzverwaltung und schuf die Grundlagen für stabile Haushalte und Investitionen in die Infrastruktur. Zwar sind die genauen wirtschaftlichen Auswirkungen nicht dokumentiert, doch sein Einfluss auf das Wachstum und die Wandlung der Stadt ist unbestritten.

Oedekovens Vermächtnis geht über Tabellen und Budgets hinaus. Seine jahrzehntelange Dienstzeit half Wiesbaden durch Phasen des Umbruchs zu steuern – mit finanzieller Expertise und einem Engagement für das Gemeinwohl. Die Stadt wird ihn als einen Führer in Erinnerung behalten, der ihre Entwicklung mit Klarheit, Integrität und einem unerschütterlichen Pflichtbewusstsein prägte.

Quelle