08 May 2026, 06:29

Zoll deckt massive Rechtsbrüche bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes auf

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist: einer zeigt die Routen der Geldkurier und der andere zeigt die Standorte der Geldtransportunternehmen, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Zoll deckt massive Rechtsbrüche bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes auf

Deutsche Zollbeamte haben schwerwiegende Rechtsverstöße im Kurier-, Express- und Paketdienstsektor aufgedeckt. Bei bundesweiten Kontrollen mit über 2.900 Einsatzkräften standen vor allem große Unternehmen wie Amazon, DPD und Hermes im Fokus. Dabei wurden Steuerhinterziehung, Lohnbetrug und illegale Beschäftigungspraktiken ans Licht gebracht.

Die großangelegte Aktion richtete sich gegen 27 Unternehmen in Köln und 16 in Münster. Die Ermittler stellten fest, dass Subunternehmer systematisch genutzt wurden, um Sozialabgaben zu umgehen und Steuerbetrug zu begehen. Viele Fahrer wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie eigentlich arbeiteten.

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Auch die Arbeitsbedingungen gerieten unter die Lupe. Fahrer leisteten häufig unbezahlte Überstunden, etwa beim Beladen der Fahrzeuge, und verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen.

Die Kontrollen zeigten, wie stark große Logistikunternehmen auf Subunternehmer angewiesen sind. Während die Deutsche Post DHL diese deutlich seltener einsetzt, nutzen Amazon, DPD, Hermes und GLS sie entweder vollständig oder in erheblichem Umfang.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte an, künftig härter gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche vorzugehen. Die Ergebnisse deuten auf strukturelle Probleme im Geschäftsmodell der Paketdienste hin, die stark auf Subunternehmer setzen. Weitere Überprüfungen und Sanktionen werden erwartet.

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