25 April 2026, 16:34

Zufit Simon bricht mit Fight Club beim Best OFF Festival alle Tabus

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in dynamischen Posen, mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simon bricht mit Fight Club beim Best OFF Festival alle Tabus

Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit Fight Club

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Am 23. April wird die Choreografin Zufit Simon das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit ihrer neuesten Arbeit Fight Club eröffnen. Das Stück markiert eine kühne Wende in ihrem künstlerischen Schaffen – weg von abstrakten Formen, hin zu roher Kampflust und maskuliner Energie. Die in Israel geborene und seit 25 Jahren in Deutschland lebende Simon zählt seit Langem zu den prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Tanzes.

Ihr Bühnendebüt gab Simon 2002 in Turm zu Babel der Company CobosMika in München. Früh gefördert wurde sie von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig, wo viele ihrer Stücke entstanden. Ihr Markenzeichen – kühl und doch lebendig – verzichtet auf traditionelles Erzähltheater und romantische Inszenierungen. Stattdessen reduziert sie Bewegung auf ihre essenziellste Form.

Ihre Choreografien wurden oft mit der molekularen Gastronomie verglichen: präzise, vielschichtig und von konzentrierter Intensität durchdrungen. Doch ihre Karriere erlitt auch Rückschläge, darunter die Schließung des LOT-Theaters, einer wichtigen Spielstätte für ihre Uraufführungen, aufgrund von Insolvenz im Jahr 2024. Schon vier Jahre zuvor hatte das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur ihre konzeptionelle Förderung gestrichen – ein schwerer Schlag für ihre unabhängigen Projekte.

Trotz dieser Herausforderungen blieb Simons Einfluss ungebrochen. 2025, mit 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk und festigte so ihren Platz in der deutschen Tanzszene.

Fight Club ist nun ihr bislang konfrontativstes Werk – ein Bruch mit früheren Abstraktionen. Die Festivaleröffnung in Hannover wird ihre sich wandelnde künstlerische Vision zeigen, die nun in körperlicher Unmittelbarkeit und ungebändigter Aggression verwurzelt ist. Nach Jahrzehnten des Grenzgangs unterstreicht ihr neues Stück einmal mehr ihren Ruf als furchtlose Innovatorin des zeitgenössischen Tanzes.

Quelle