11 April 2026, 08:33

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Kontroverse

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Grün, Häusern und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Kontroverse

Eine stille Statue am Rande einer Landstraße in Brandenburg dient als mächtige Mahnung der Geschichte. 2018 errichtet, ehrt sie die Menschen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unter ihnen war Jutta Baumwol, die nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Gleichzeitig wurde in den USA eine andere Statue aufgestellt – diesmal eine Darstellung von Christoph Kolumbus – in der Nähe des Weißen Hauses im Jahr 2020. Die Aufstellung erfolgte zu einer Zeit, als die Proteste gegen die koloniale Vergangenheit Amerikas im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung lauter wurden.

Die Brandenburgische Statue wurde vom Bruder Jutta Baumwols am Eingang des Gutes platziert. Sie steht als Ort des Gedenkens für die Opfer der NS-Zwangsarbeit. Jährlich versammeln sich dort Menschen am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).

Das Denkmal entstand als Akt lokaler Selbstermächtigung, um sicherzustellen, dass das Leid der Opfer nicht in Vergessenheit gerät. Sein Dasein bildet einen scharfen Kontrast zur Kolumbus-Statue in Washington, D.C. Jenes Denkmal wurde vom damaligen Präsidenten Donald Trump mit Unterstützung italienisch-amerikanischer Organisationen aufgestellt. Kritiker sahen darin eine Reaktion auf die zunehmende Auseinandersetzung mit der gewalttätigen Kolonialgeschichte Amerikas.

Während die eine Statue an Unterdrückung erinnert, wurde die andere Teil einer politischen Debatte. Das Brandenburgische Denkmal bleibt eine stille, doch beständige Hommage an die verlorenen Leben. Die Kolumbus-Statue hingegen entfachte eine Kontroverse darüber, wie Geschichte erinnert werden soll.

Die beiden Statuen stehen heute als Symbole für völlig unterschiedliche Vermächtnisse. In Brandenburg sorgt das Denkmal dafür, dass Jutta Baumwol und andere nicht aus der Geschichte getilgt werden. In Washington lenkt die Kolumbus-Statue weiterhin die Aufmerksamkeit auf den anhaltenden Ringkampf Amerikas mit seiner Vergangenheit.

Beide dienen als Kristallisationspunkte des Gedenkens – die eine verwurzelt in lokaler Trauer, die andere in nationaler Debatte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle