BGH-Urteil beendet 16-jährigen Postbank-Streit mit 112-Millionen-Zahlung
Anika ThiesBGH verwirft Beschwerde der Deutschen Bank im Postbank-Streit - BGH-Urteil beendet 16-jährigen Postbank-Streit mit 112-Millionen-Zahlung
Bundesgerichtshof beendet jahrelangen Rechtsstreit zwischen Deutsche Bank und Postbank-Aktionären
Der Bundesgerichtshof (BGH), Deutschlands höchstes Zivilgericht, hat mit einem Urteil vom 25. Februar 2026 einen langjährigen Rechtsstreit zwischen der Deutschen Bank und ehemaligen Postbank-Aktionären beendet. Das Gericht wies die Revision der Bank zurück und bestätigte damit ein Urteil, das die Deutsche Bank zur Zahlung von rund 112 Millionen Euro Entschädigung verpflichtet. Die Entscheidung setzt den Schlusspunkt unter einen Konflikt, der auf die Übernahme der Postbank im Jahr 2010 zurückgeht.
Der Streit begann mit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2010. Ehemalige Aktionäre warfen der Bank vor, das Übernahmeangebot sei unangemessen niedrig gewesen, und argumentierten, sie hätte bereits 2008, als sie die Kontrolle erlangte, einen höheren Preis zahlen müssen. Sie zogen vor Gericht, was zu jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen führte.
In einem früheren Urteil hatte das Oberlandesgericht Köln den Aktionären recht gegeben. Die Deutsche Bank legte Revision ein, doch der BGH wies diese nun ab und bestätigte die Entschädigungszahlung. Die Gesamtzahlung inklusive Zinsen beläuft sich auf 112 Millionen Euro.
Trotz des Urteils drohen der Deutschen Bank keine finanziellen Belastungen. Die geforderte Summe war bereits in Rückstellungen eingebucht, sodass sich keine Auswirkungen auf die Ergebnisse der Jahre 2025 oder 2026 ergeben. Aus Kreisen der Bank heißt es zudem, es gebe keine Änderungen in der strategischen Ausrichtung oder bei künftigen Übernahmeplänen, da Risiken durch vorherige Vergleiche bereits reduziert worden seien.
Mit der Entscheidung des BGH findet ein 16 Jahre währender Rechtsstreit um die Übernahme der Postbank sein Ende. Die Deutsche Bank muss nun die angeordnete Entschädigung zahlen, wobei die Mittel bereits zurückgestellt waren. Der Fall hat weder Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität der Bank noch auf ihr Vorgehen bei künftigen Transaktionen.