24 June 2026, 06:22

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst weltweite Empörung aus

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veranstaltete am 17. Juni 2025 eine große Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Erdöl- und Erdgasblöcke zur Erschließung angeboten, darunter 68 im brasilianischen Amazonasgebiet. Umwelt- und Indigenenorganisationen lehnten das Vorhaben von Anfang an vehement ab.

Die Auktion umfasste riesige Flächen, darunter 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas. Von diesen wurden 19 erfolgreich vergeben – zusammen 16.312 km² Meeresgebiet. Multinationale Konzerne wie Chevron, ExxonMobil, Chinas CNPC sowie der staatliche Ölkonzern Petrobras sicherten sich mehrere Blöcke.

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Kritiker wiesen auf gravierende rechtliche und ökologische Bedenken hin. Die Versteigerung erfolgte ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169. Zudem wurde vor der Vergabe der Konzessionen keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt.

Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens reagierte mit einem Eilantrag auf Aussetzung der Auktion. In der Klage wurden Verfahrensmängel und das Fehlen einer ausreichenden Folgenabschätzung bemängelt. Gleichzeitig verurteilte der indigene Führer Chief Jonas Mura vom Volk der Mura die Versteigerung scharf. Er warnte vor Zerstörung, Verschmutzung, Armut und Krankheiten für die Region.

Auch Umweltorganisationen äußerten scharfe Kritik. Gisela Hurtado von Stand.earth bezeichnete die Auktion als „Auktion des Todes“ und argumentierte, sie bedrohe indigene Gebiete und untergrabe das Pariser Klimaabkommen. Carolina Marçal vom Instituto ClimaInfo warnte vor einer Verschärfung der Klimakrise, während Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika das Vorgehen als Rückschritt in Brasiliens Energiewende brandmarkte.

Trotz breiter Verurteilung und rechtlicher Gegenwehr wurde die Auktion durchgeführt. Große Energiekonzerne sicherten sich Erschließungsrechte in sensiblen Gebieten. Das Fehlen vorheriger Umwelt- und Gemeinschaftskonsultationen hält den Prozess weiterhin in der Kritik.

Quelle