05 June 2026, 19:24

Bundesfamilienministerin fordert Bildschirmzeit-Limits und mehr elterliche Verantwortung

Prien offen für Gesetz gegen Bildschirmzeit für Kleinkinder

Bundesfamilienministerin fordert Bildschirmzeit-Limits und mehr elterliche Verantwortung

Bundesfamilienministerin Karin Prien fordert strengere Grenzen für die Bildschirmzeit von Kindern. Zudem ruft sie Eltern dazu auf, mehr Verantwortung für die frühe Entwicklung ihrer Kinder zu übernehmen. Ihre Vorschläge gehen einher mit Plänen zur Stärkung der zentralen Bildungsstandards in ganz Deutschland.

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Ein besonderer Fokus Priens liegt auf der Verbesserung der schlechten Ergebnisse der IQB-Bildungstrendstudie. Sie ist überzeugt, dass frühzeitige Förderung und regelmäßige Lernstandserhebungen helfen, die Standards zu heben. Prien schlägt vor, dass Kinder unter drei Jahren vollständig auf digitale Geräte verzichten sollten. Für ältere Kinder plant sie gesetzliche Obergrenzen für die Bildschirmzeit. Ihr Ziel ist es, den frühen Kontakt mit Smartphones, Tablets und Computern zu reduzieren.

Gleichzeitig appelliert sie an Eltern, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren, da dies maßgeblich das Verhalten der Kinder prägt. Prien betont, dass Erwachsene im Umgang mit Technologie im Familienalltag Vorbildfunktion übernehmen sollten.

Im Bildungsbereich setzt sich Prien für eine stärkere Betonung der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen ein. Geplant sind verbindliche Sprachstands- und Entwicklungstests um den vierten Geburtstag eines Kindes. Diese Überprüfungen sollen mögliche Förderbedarfe bereits vor der Einschulung erkennen.

Die Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf ist ein weiteres zentrales Anliegen. Prien will gezielte Hilfsangebote im Jahr vor dem Eintritt in die formale Schulbildung ausbauen. Gleichzeitig lehnt sie jedoch bundesweite Vorgaben ab, die Länder zu bestimmten Kita-Politikmodellen verpflichten würden.

Um Fortschritte zu messen, setzt Prien auf regelmäßige Datenerhebungen. Dieser Ansatz soll Schulen und Bildungspolitikern ermöglichen, schnell auf Lernrückstände zu reagieren.

Priens Reformvorschläge zielen auf die frühe Kindheitsentwicklung und eine umfassende Bildungsreform ab. Dazu gehören schärfere Regeln zur Bildschirmzeit, Aufklärungskampagnen für Eltern sowie verpflichtende Frühtests. Die Maßnahmen sollen Schwächen ausweisen, die nationale Bildungsstudien aufgedeckt haben. Die Umsetzung der Änderungen soll in Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern erfolgen, wobei Prien auf die Bewahrung lokaler Gestaltungsspielräume pocht.

Quelle