Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Mehr Schwarzmarkt, mehr Risiken im Verkehr
Betty BruderCannabis-Legalisierung in Deutschland: Mehr Schwarzmarkt, mehr Risiken im Verkehr
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland mehren sich die Bedenken gegenüber den Folgen. Das Gesetz, das am 1. April 2024 in Kraft trat, erlaubte nichtkommerzielle Anbauvereine, Cannabis für ihre Mitglieder zu kultivieren und zu verteilen. Doch Beamte warnen nun, dass der Schwarzmarkt weiterhin floriert, während sich die Probleme im Straßenverkehr verschärft haben.
Nach den neuen Regelungen durften Vereine mit bis zu 500 Mitgliedern ab dem 1. Juli 2024 legal Cannabis anbauen. Bis 2025 hatte Brandenburg 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge lagen noch vor. Dennoch räumte Innenminister Jan Redmann (CDU) ein, dass das legale Angebot den illegalen Handel nicht zurückdrängen konnte.
Das Gesetz führte zudem einen THC-Grenzwert für Autofahrer ein – 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum –, der im August 2024 eingeführt wurde. Bei Überschreitung drohen ein Bußgeld von 500 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot. Dennoch stiegen die Verdachtsfälle von Cannabis-Einfluss am Steuer 2025 um 31,5 Prozent, von 1.313 auf 1.727 Vorfälle. Auch Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einfluss nahmen leicht zu, von 115 im Jahr 2024 auf 119 im Jahr 2025.
Redmann argumentierte, die Legalisierung habe die Nachfrage gesteigert, ohne dass das Angebot mithalten konnte – der Schwarzmarkt profitiere davon weiterhin. Das Innenministerium warnte zudem, illegale Netzwerke würden sich nun zunehmend auf härtere Drogen ausweiten. Als Reaktion beschloss die CDU Brandenburg im Februar, das Gesetz vollständig abzuschaffen.
Die Teillegalisierung hat den Schwarzmarkt nicht wie beabsichtigt geschwächt. Stattdessen sind die Risiken im Straßenverkehr gestiegen, und illegale Händler machen weiterhin Gewinne. Während die CDU eine komplette Kehrtwende fordert, bleibt die Zukunft der deutschen Cannabispolitik ungewiss.






