Essen führt Zweijahreshaushalt ein – weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit
Anika ThiesEssen führt Zweijahreshaushalt ein – weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit
Essen stellt auf einen Zweijahreshaushalt für 2027 und 2028 um. Mit dem Schritt sollen Kosten gespart, die Planung vereinfacht und der bürokratische Aufwand für die Stadtverwaltung verringert werden. Zudem ist die Maßnahme Teil des nordrhein-westfälischen Entschuldungsprogramms, das Essen durch die Übernahme von Schulden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro entlasten wird.
Der neue Zweijahreshaushalt wird dem Essener Rat am 16. September 2026 vorgestellt. Die endgültige Entscheidung ist für den 18. November 2026 vorgesehen. Laut Plan müssen künftig alle Ausgaben über 5.000 Euro im Voraus über das Visaverfahren der Stadtkasse genehmigt werden.
Die Umstellung erfolgt im Rahmen des nordrhein-westfälischen Entschuldungsprogramms nach dem Altlasten-Entlastungsgesetz. Das Land übernimmt dabei rund 610,7 Millionen Euro der liquiden Kredite der Stadt. Durch diese Entlastung spart Essen voraussichtlich etwa 11,7 Millionen Euro an Zinszahlungen bis 2026 ein.
Ein Zweijahreshaushalt ermöglicht zudem eine bessere Planung für größere, kreditfinanzierte Investitionen. Gleichzeitig verringert sich der Arbeitsaufwand für Stadtbedienstete und politische Berater, da die jährlichen Haushaltsberatungen entfallen. Die Stadt hat zugesichert, die Ausgaben streng zu kontrollieren, nicht zwingend notwendige Kosten zu überprüfen und weniger dringende Verwaltungsausgaben zu verschieben.
Auch die Transparenz soll durch strengere Berichtspflichten im neuen System steigen.
Der Zweijahreshaushalt wird Essen mehr finanzielle Stabilität bringen und die Zinskosten senken. Zudem profitiert die Stadt von einem geringeren Verwaltungsaufwand und einer klareren Übersicht über ihre Finanzen. Die endgültige Abstimmung über den Plan findet im November 2026 statt.






