DGB plant Pflicht-Rente für 20 Millionen Beschäftigte ohne Altersvorsorge
Klaus TrommlerDGB plant Pflicht-Rente für 20 Millionen Beschäftigte ohne Altersvorsorge
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wird noch vor Monatsende konkrete Pläne für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vorlegen. Das Vorhaben soll eine Lücke schließen, die derzeit rund 20 Millionen Beschäftigte betrifft, die über keine solche Absicherung verfügen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat deutlich gemacht, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen müssen – statt die gesamte Last den Arbeitnehmern aufzubürden.
Fahimi betont, dass die betriebliche Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente dienen soll. Sie besteht darauf, dass Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Finanzierung übernehmen müssen, und verweist auf andere europäische Länder, in denen verpflichtende Beiträge oft über 20 Prozent liegen – wobei die Arbeitgeber den größeren Anteil tragen.
Der DGB will, dass die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für diese Rentenmodelle führen, um sicherzustellen, dass alle Beschäftigten profitieren. Fahimi ist bereit, sich auch für Vereinbarungen einzusetzen, die nicht tarifgebundene Unternehmen einbeziehen – vorausgesetzt, diese erfüllen einfache Bedingungen, um sich bestehenden Systemen anzuschließen.
Mit Kritik ist zu rechnen: Gegner werden voraussichtlich argumentieren, dass der Plan die finanziellen Belastungen erhöhen werde. Der DGB hält jedoch dagegen, dass ohne die Beteiligung der Arbeitgeber Millionen Menschen ohne ausreichende Altersvorsorge bleiben würden.
Die Reform würde die Rentenabsicherung auf Millionen ausweiten, die bisher ausgeschlossen sind – insbesondere in Betrieben ohne Tarifverträge. Falls umgesetzt, würde sie einen Teil der Verantwortung von den Arbeitnehmern auf die Arbeitgeber verlagern und Deutschland enger an andere europäische Systeme angleichen. Die detaillierten Pläne des DGB sollen noch in diesem Monat veröffentlicht werden.






