Grönemeyer kritisiert Politiker und fordert mehr bürgerliches Engagement
Leonhard PreißGrönemeyer kritisiert Politiker und fordert mehr bürgerliches Engagement
Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-jährige Musiker nutzte die Gelegenheit, um Politiker für ihre mangelnde Kommunikation mit der Bevölkerung in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu kritisieren. Gleichzeitig rief er zu mehr bürgerlichem Engagement und Optimismus in der Gesellschaft auf.
In seiner Dankesrede thematisierte Grönemeyer die Versäumnisse politischer Führungskräfte, eine Verbindung zu den Bürgern herzustellen. Er nannte dabei explizit die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amtierenden Kanzler Olaf Scholz, denen er Schweigen und eine ineffektive Dialogkultur vorwarf.
Der Sänger betonte die Bedeutung demokratischer und humanistischer Werte, lehnte Zukunftsängste ab und unterstrich die persönliche Verantwortung gegenüber den jüngeren Generationen. Als Symbol für Zusammenhalt zog er einen Vergleich zum Fußball und verwies auf die Mittelfeldspieler Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović, die auf dem Platz Hand in Hand arbeiten.
Grönemeyer appellierte zudem an die Eigeninitiative und gegenseitige Unterstützung der Menschen. Die Zivilgesellschaft dürfe sich nicht auf väterliche oder mütterliche Autoritäten – im Volksmund „Mutti“ oder „Vati“ – verlassen, so der Musiker. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Deutschen Nationalstiftung verliehen und würdigt Projekte, die den Zusammenhalt unter Jugendlichen fördern.
Die Auszeichnung ehrt Grönemeyers langjähriges soziales Wirken. In seiner Rede unterstrich er die Notwendigkeit besserer Führung und gemeinschaftlichen Handelns. Der Preis unterstützt zudem Initiativen, die junge Menschen zusammenbringen.






