05 June 2026, 18:55

Halle diskutiert Krisenvorsorge: Wie gut ist die Stadt auf Katastrophen vorbereitet?

Keine sicheren Räume, Vorbereitung auf Blackouts - Ist Halle bereit für die Krise? CDU-Diskussion zu 'Zivilschutz' am Dienstag im MMZ

Halle diskutiert Krisenvorsorge: Wie gut ist die Stadt auf Katastrophen vorbereitet?

Halle (Saale) verfügt derzeit über keine öffentlichen Schutzräume, wie sie das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz Deutschlands vorsieht. Trotz dieser Lücke hat die Stadt in den letzten Jahren ihre Warnsysteme und Notfallplanung deutlich ausgebaut. Eine öffentliche Dialogveranstaltung am Dienstag, dem 2. Juni 2026, widmet sich nun der Frage, wie gut die Gesellschaft auf Krisen vorbereitet ist.

Die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt organisiert die Diskussion im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ). Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an der kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen und ihre Perspektiven einzubringen.

Unter dem Titel Zivilschutz im Fokus: Wie krisenfest ist die Gesellschaft? wird die Widerstandsfähigkeit von Kommunen und Land in Notlagen beleuchtet. Als Referent:innen bestätigt sind Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör. Sie diskutieren bestehende Maßnahmen und mögliche Verbesserungen im Bevölkerungsschutz.

Halle hat in einigen Bereichen Fortschritte erzielt: Die Stadt ist vollständig an das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen, sodass Warnmeldungen die Bevölkerung über Cell Broadcast oder Apps wie Katwarn erreichen. In den vergangenen drei Jahren wurde zudem die Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr intensiviert.

Die Stadtwerke Halle Gruppe hat detaillierte Notfallpläne für kritische Infrastrukturen erarbeitet. Diese umfassen die Versorgung mit Energie, Wärme, Trinkwasser, Abwasser, Verkehr sowie IT im Falle eines Stromblackouts. Parallel wird das Sirenennetz der Stadt modernisiert – an 17 Standorten sind die Arbeiten bereits abgeschlossen.

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Doch es bleiben Lücken: Weder die GWG Halle-Neustadt GmbH noch die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH stellen spezielle Schutzräume oder besondere Vorsorgemaßnahmen für Mieter:innen in Mehrfamilienhäusern bereit. Das Fehlen öffentlicher Schutzräume, wie es das Gesetz eigentlich vorschreibt, bleibt ein ungelöstes Problem.

Die Dialogveranstaltung bietet Bürger:innen die Möglichkeit, sich mit Expert:innen und Entscheidungsträger:innen über den Zivilschutz auszutauschen. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter:innen wünschen sich eine breite Beteiligung. Die Ergebnisse der Diskussion könnten künftige Strategien zur Verbesserung der Krisenvorsorge in Halle prägen.

Quelle