Mietpreise explodieren: In 60 Städten gibt es für 1.000 Euro bis zu 30 Quadratmeter weniger
Klaus TrommlerMietpreise explodieren: In 60 Städten gibt es für 1.000 Euro bis zu 30 Quadratmeter weniger
Steigende Mieten und schrumpfende Wohnflächen setzen Mieter in Deutschland stark unter Druck. Eine neue Studie zeigt: In 60 von 80 Großstädten erhält man für dieselbe Miete heute mindestens zehn Prozent weniger Wohnfläche als noch 2020. Experten warnen, dass sich der Trend ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen wird.
In Wiesbaden reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro Anfang 2022 noch für 91 Quadratmeter. Bis Ende desselben Jahres deckte dasselbe Budget nur noch 82 Quadratmeter ab – ein Verlust von neun Quadratmetern. Das entspricht einem Rückgang von 9,9 Prozent seit 2020.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Berlin: Hier büßen Mieter für dieselbe Miete 16 Quadratmeter ein. Auch Hamburg und Mainz sind betroffen, mit Verlusten von zwölf beziehungsweise neun Quadratmetern. Die stärksten Einbußen verzeichnet jedoch das Ruhrgebiet – in Gelsenkirchen schrumpfte die Fläche um 29 Quadratmeter.
Als Hauptgründe nennen Experten einen „perfekten Sturm“ aus explodierenden Baukosten und gestiegenen Zinsen. Der „Überlauf-Effekt“ treibt die Nachfrage in benachbarte Städte, während der „Nachholeffekt“ die Preise in bisher erschwinglichen Gebieten in die Höhe treibt.
Immowelt-Chef Theo Mseka zeigt sich besorgt über die Zukunft. Ohne gezielte Förderung für den Wohnungsbau werde sich der Trend zu schrumpfenden Flächen und steigenden Mieten ungebremst fortsetzen, warnt er.
Die Studie unterstreicht eine zunehmende Bezahlbarkeitskrise in deutschen Städten. Mieter müssen für dasselbe Geld mit weniger Wohnraum auskommen – besonders stark betroffen ist das Ruhrgebiet. Ohne politische Kurskorrekturen rechnen Analysten damit, dass der Druck auf den Wohnraum weiter zunehmen wird.






