01 May 2026, 08:35

Willich: Streit um höhere Kita-Gebühren spaltet Eltern und Politik

Schwarzes und weißes Plakat mit dem Text "Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit" zeigt eine Gruppe von Menschen, die gegen Kinderarbeit in den USA protestieren.

Willich: Streit um höhere Kita-Gebühren spaltet Eltern und Politik

In Willich eskaliert erneut der Streit um die Kosten für Kinderbetreuung, während die Stadt nach Wegen sucht, die finanzielle Belastung zu verringern. Eltern und lokale Initiativen reagieren scharf auf Pläne, die höhere Gebühren und Kürzungen bei Geschwisterrabatten vorsehen. Die Debatte zieht sich bereits seit Monaten hin – ohne greifbare Fortschritte.

Die Stadtverwaltung prüft derzeit die Regeln für Elternbeiträge, nachdem der Haupt- und Finanzausschuss bis zum 28. April Änderungen gefordert hatte. Ziel ist es, durch die Reduzierung von Geschwisterermäßigungen zusätzliche 500.000 Euro einzunehmen und durch eine Deckelung der Gebührensteigerungen bei drei Prozent weitere 100.000 Euro zu erwirtschaften. Bürgermeister Christian Pakusch betonte, es gehe vor allem um Anpassungen bei den Geschwisterzuschüssen und der Gebührenanpassung – nicht um einen vollständigen Wegfall der Rabatte.

Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder in allen Betreuungsangeboten. In Willich jedoch lehnt der Jugendhilfeausschuss der Elternvertreter (JAEB) neue Geschwistergebühren oder Erhöhungen entschieden ab. Auch die SPD-Fraktion stellt sich hinter die Eltern und argumentiert, dass die Haushaltslücke nicht auf dem Rücken der Familien geschlossen werden dürfe.

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Bei den Bürgern stößt die geplante Reform auf breite Kritik. Marlene Mendes aus Anrath bezeichnete die Vorhaben als ungerecht gegenüber Familien, die ohnehin schon an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Pakusch wies darauf hin, dass alle Vorschläge zunächst von den gewählten Gremien beraten und beschlossen werden müssten, bevor sie in Kraft treten könnten.

Angesichts der angespannten Haushaltslage sucht die Stadt nach neuen Einnahmequellen und Sparmöglichkeiten. Sollten die Änderungen beschlossen werden, würde sich Willich damit den Gebührenmodellen benachbarter Kommunen annähern. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus und hängt von weiteren Beratungen und der politischen Zustimmung ab.

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