Deutsche Industrie leidet unter maroden Bahnnetz und Lieferengpässen
Ottilie KreinDeutsche Industrie leidet unter maroden Bahnnetz und Lieferengpässen
Wichtige deutsche Industriezweige stehen vor massiven Einschränkungen aufgrund der anhaltenden Probleme im Schienennetz der Deutschen Bahn. Bauarbeiten und Verspätungen haben zu erheblichen Verlusten geführt – besonders in Branchen, die stark auf den Schienengüterverkehr angewiesen sind.
Die Stahlindustrie gehört zu den am stärksten betroffenen Sektoren: Fast 50 Prozent ihrer Transportvolumina hängen vom Schienenverkehr ab. Unternehmen wie Salzgitter und ArcelorMittal haben ihre Produktion bereits gedrosselt, weil die Lieferketten durch die Transportengpässe ins Stocken geraten sind.
Auch die Automobilbranche leidet unter der reduzierten Kapazität im Schienengüterverkehr. Viele Hersteller sind gezwungen, auf den Straßenverkehr auszuweichen, um ihre Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Die chemische Industrie, die jährlich rund 25 Millionen Tonnen Güter per Bahn transportiert, kämpft ebenfalls mit Produktionsausfällen und steigenden Kosten. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert die Deutsche Bahn auf, Güterzügen Vorrang einzuräumen und die Koordination zu verbessern, um die Lage zu entspannen.
Die anhaltenden Störungen im Schienenverkehr zwingen die Industrie zu betrieblichen Anpassungen und treiben die Kosten in die Höhe. Ohne Verbesserungen in der Planung und Infrastruktur drohen den betroffenen Branchen weitere wirtschaftliche Belastungen.
