27 June 2026, 14:23

Dieter Nuhrs ARD-Special löst Debatte über Satire und Frauenfeindlichkeit aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs ARD-Special löst Debatte über Satire und Frauenfeindlichkeit aus

Der Komiker Dieter Nuhr hat mit seinem jüngsten ARD-Special erneut für Aufsehen gesorgt. Seine Witze, darunter einer über Parkplätze, die „konstruktionsbedingt zu klein“ für Frauen seien, wurden dafür kritisiert, Frauen als bloße Pointe zu instrumentalisieren. Die Empörung wirft Fragen auf, welche Rolle öffentliche Rundfunkanstalten bei der Verbreitung solcher Inhalte spielen sollten.

In der Sendung machte Nuhr auch einen Witz über Femizide und schlug vor, Frauen sollten ihren Partner „vor dem Sex erst einmal kennenlernen“, um nicht getötet zu werden. Kritiker werfen ihm vor, der „Scherz“ sei weder geistreich noch subtil, sondern reproduziere stattdessen Opferbeschuldigung und frauenfeindliche Klischees. In Deutschland kommt es jährlich zu 300 bis 350 Femiziden – in 87 Prozent der Fälle ist der Täter der aktuelle oder ehemalige Partner des Opfers.

Nuhr hatte in der Vergangenheit bereits strukturelle Probleme bei Femiziden geleugnet, trotz der hohen Fallzahlen. Der Rundfunksender rbb, der das Special ausgestrahlt hat, hat die Kritik zwar zur Kenntnis genommen, betont aber, die Sendung falle unter künstlerische und satirische Freiheit. Gegen Nuhr oder das Programm wurden keine Konsequenzen eingeleitet.

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Die Entscheidung des Senders, zu Nuhr zu stehen, hat die Debatte über die Grenzen der Satire weiter angeheizt. Öffentlich-rechtliche Anstalten geraten zunehmend in die Kritik, weil sie Komikern eine Bühne bieten, deren Humor als schädlich wahrgenommen wird. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und medialer Verantwortung auf.

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